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Disclaimer Unfug (Distanzierung von Links...)Allgemein werden auf Internet-Präsenzen sogenannte "Disclaimer", die Distanzierung von selbst gesetzten Links, verwendet, die alle miteinander nur eines gemeinsam haben: sie sind eigentlich nur als Schwachsinn zu bezeichnen!Die Krönung sind Disclaimer mit dem Text:
Warum bezeichnen wir das (ganz deutlich) als Schwachsinn? Ganz einfach: dadurch soll die Haftung für die Inhalte der verlinkten Seiten explizit ausgeschlossen werden. Urteil des Landgerichts Hamburg, Az. 312 O 85/98
Das Gericht stellte fest, dass sich der Beklagte dadurch, dass er mit voller Absicht »eine Zusammenschau ehrverletzender Artikel über den Kläger erstellt« und sich (auch durch die Haftungsfreiheitsklausel) nicht ausreichend davon distanziert hat, die ´ehrverletzenden sowie beleidigenden Tatsachenbehauptungen als auch Meinungsäußerungen zu seinen eigenen gemacht´ habe. Somit wurde der Beklagte zu Schadensersatzzahlungen verurteilt. Die rechtliche Relevanz eines Disclaimers
Der Fairness halber ist zu erwähnen, dass in diesem Urteil das Vorhandensein eines Disclaimers positiv bewertet worden ist. Inwiefern diese Tatsache allerdings für das Urteil von Relevanz gewesen ist mag jeder selbst beurteilen. Was also bringt ein Disclaimer? Diese Frage ist umstritten und wird in der Newsgroup de.soc.recht.datennetze oft diskutiert. Eine eindeutige Rechtsprechung gibt es noch nicht. Es gibt aber eine Vielzahl an Gründen, die gegen einen Disclaimer sprechen: Unrechtbewusstsein Setze ich einen Disclaimer auf meine Seite(n), durch den ich mich von den Inhalten verlinkter Seiten distanziere, könnte dies zu meinem Nachteil werden. Schließlich könnte ich den Disclaimer deshalb auf meine Website gesetzt haben, weil ich mir über die Tatsache, auf illegale Seiten verlinkt zu haben, voll bewusst bin, und mich durch Haftungsausschluss versuche, vor einer Schuldfähigkeit zu schützen. Setze ich einen Link auf eine andere Website, tue ich das, weil ich die Seite gut finde und den Besuchern meiner Website empfehlen möchte. Warum (um Gottes Willen) distanziere ich mich dann gleichzeitig von ihr? Stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie sehen auf einer x-beliebigen WebSite einen Link zu Ihrer WebSite und dieser Link ist mit den "Disclaimern" beschriftet. Was würden Sie denken, wenn sich jemand von den Inhalten Ihrer Webseite und somit auch von Ihnen öffentlich distanziert? Jeder muss doch glauben, dass es augenscheinig notwendig ist, sich von Ihren Seiten zu distanzieren. Man muss sich langsam fragen, wann ist der Haftungsausschluss mit Diffamierung gleichzusetzen. |